
Die Geschichte von Quabi beginnt eigentlich gar nicht mit Software. Sie beginnt bei uns zu Hause.
Meine Frau macht eine Ausbildung im Bereich Tensegrales Training für Pferde. Das Lernmaterial ist wirklich gut. Verständlich aufgebaut, fachlich hochwertig und mit viel Liebe erstellt. Der einzige Haken: Alles liegt als PDF vor. Es gibt keinen Online-Kurs, keine Lernplattform und keine App. Vermutlich auch deshalb, weil das Thema einfach zu speziell ist.
Also saß sie abends immer wieder am Esstisch, arbeitete sich durch ihre Unterlagen, schrieb Karteikarten von Hand und machte sich Notizen. Ich habe ihr dabei oft zugesehen und irgendwann gedacht: Das muss doch heute einfacher gehen.
Warum gibt es kein Werkzeug, das genau diese Arbeit übernimmt?
Ein PDF oder ein Foto der Unterlagen hochladen und daraus automatisch Lernkarten und Quizfragen erstellen. Nicht nur für dieses eine Thema, sondern für jedes beliebige Lernmaterial. Egal, ob es um Pferde, Medizin, Pflege, Technik oder Sprachen geht.
So entstand die erste Idee für Quabi.
← Echte Karte aus genau diesen Lernunterlagen
Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr ist mir aufgefallen, dass dieses Problem gar nichts mit Pferden zu tun hat. Es begegnet uns eigentlich überall.
Beruflich arbeite ich seit vielen Jahren mit Unternehmen, Bildungsträgern und sozialen Einrichtungen zusammen. Dort sehe ich immer wieder dieselbe Herausforderung. Menschen müssen sich neues Wissen aneignen. Oft aus umfangreichen Unterlagen, manchmal in einer Sprache, die nicht ihre Muttersprache ist, und häufig mit Inhalten, die so speziell oder unternehmensintern sind, dass es dafür keine fertigen digitalen Lernangebote gibt.
Dann kam noch ein weiterer Gedanke dazu: die Schule.
Wenn man sich unser Schulsystem anschaut, wird schnell klar, dass auch dort niemand mit den exakt gleichen Inhalten lernt. Lehrkräfte entscheiden, welche Bücher verwendet werden, welche Arbeitsblätter verteilt werden und welche Themen in einer Klassenarbeit vorkommen. Dazu unterscheiden sich die Lehrpläne von Bundesland zu Bundesland. Selbst wenn es unzählige Lernplattformen gibt, lernen Schülerinnen und Schüler am Ende meistens mit genau den Unterlagen, die sie im Unterricht bekommen haben.
In diesem Moment wurde mir klar, dass wir das Problem vielleicht von der falschen Seite betrachten.
Die Welt braucht nicht noch eine Plattform mit tausenden fertigen Kursen. Die Lerninhalte existieren längst. Sie liegen in PDFs, Skripten, Arbeitsblättern, Präsentationen oder internen Dokumenten. Was fehlt, ist ein Werkzeug, das genau daraus blitzschnell gutes Lernmaterial macht.
Und genau das soll Quabi leisten.
Jeder soll seine eigenen Unterlagen hochladen können und daraus automatisch Lernkarten und Quizfragen erhalten. Ohne komplizierte Einrichtung, ohne technisches Vorwissen und unabhängig davon, wie speziell das Thema ist. Auf Wunsch sogar mehrsprachig. Denn gutes Lernen sollte nicht davon abhängen, ob es für ein Thema bereits einen fertigen Online-Kurs gibt.
Heute richtet sich Quabi deshalb nicht nur an einzelne Lernende. Die Plattform kann genauso gut von Schulen, Bildungsträgern, Unternehmen oder Organisationen genutzt werden, die ihre eigenen Inhalte einfacher zugänglich machen möchten.
Wenn mich heute jemand fragt, wie Quabi entstanden ist, lautet die ehrliche Antwort: Ich habe gesehen, wie meine Frau Abend für Abend Karteikarten geschrieben hat. Aus einer einfachen Frage entstand eine Idee. Und aus dieser Idee wurde Schritt für Schritt Quabi.

Neugierig, wie schnell das geht?